Feliversum 3 | abc.etüden

feliversum

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 43+44 beinhaltet die Worte „Vogelflug“, „ängstlich“ und „schwingen“, gesponsert von Cafe Weltenall.

Ich versuche mich derzeit an einer Etüdenfortsetzungsgeschichte. Die anderen Beiträge findet ihr hier: Teil 1 / Teil 2 und eine Zusammenfassung direkt einen Absatz weiter.

Was bisher geschah: Marie kommt von der Arbeit im Freizeitpark. Sie trägt ein altertümliches Kleid. Eine schwarze Katze im Hinterhof spricht sie an und erklärt ihr, dass Katzen in der Vergangenheit reden können und ihre Zeit durch die Vergangenheit, die am Kleid haftet, gekrümmt wurde. Auch am Vogelflug könne man gekrümmte Zeit sehen. Am nächsten Tag – Marie hat Alltagskleidung an – rennt die Katze weg ohne mit ihr zu sprechen.

Teil 3

Marie hatte endlich Mittagspause. Nach vier Kindergeburtstagen war das auch bitter nötig. Es war zwar schmeichelnd, wenn die kleinen Mädchen sie ansahen und ihr sagten, was für eine schöne Prinzessin sie sei, aber auch anstrengend. Sie setzte sich auf eine Parkbank, in einem derzeit abgesperrten Bereich des Freizeitparkes. Die Pommes schmeckten übersalzen und der Burger nach Fett. Zur nächsten Schicht würde sie sich selbst was mitbringen.

Eine Schar Spatzen beäugten sie gierig. Als sie durch einen vorbeigehenden Kollegen aufgeschreckt wurden und sich in die Lüfte schwangen, musste Marie daran denken, was die Katze gestern über die Zeitkrümmung beim Vogelflug gesagt hatte. Sie konnte nichts Seltsames erkennen.

Als sie weiteressen wollte, landete einer Krähe neben ihr und musterte ihren Burger.

„Glaub mir, das willst du nicht essen.“

‚Krah‘

„Echt nicht.“

‚Krah‘

Marie starrte die Krähe nur ängstlich an, als diese auf ihren Schoß hüpfte und ihr direkt in die Augen sah. Die Krähe nickte kurz, dann schnappte sie sich etwas von dem Brötchen und hüpfte wieder auf die Bank, um ihr Mahl zu verputzen. Als sie fertig war, nickte sie Marie zu, ließ ein ‚Krah‘ verlauten und erhob sich in die Lüfte.

Für einen kurzen Moment sah Marie zwei Krähen. Eine, die noch auf der Bank saß und eine, die bereits flog. Einen Moment später war die Krähe von der Bank verschwunden und Marie sah nur noch die Krähe in der Luft.

Sie zückte ihr Handy und suchte nach den Auswirkungen von Luftmangel. Heute hatte sie das Mieder zwar locker geschnürt, aber sie wollte eine logische Erklärung für das, was sie erlebt hatte. Aha. Halluzinationen kamen bei Luftmangel vor, weil das Gehirn abstarb. Marie nahm das so hin. Der Gedanke, dass sie sich gerade in der Vergangenheit befand, war beunruhigender, als dass ihr Gehirn gerade unterversorgt war.

24 Gedanken zu “Feliversum 3 | abc.etüden

  1. Ich finde das Feliversum überaus beeindruckend und jedes Mal ein bisschen, äh, merkwürdiger. Und ich wüsste NICHT, was mich von den von dir genannten Alternativen mehr beunruhigen würde!
    Liebe Grüße und danke
    Christiane 😀

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  2. Die Zeit dehnen, strecken, verbiegen, in der Zeit reisen, in anderen Zeiten leben: ich glaube, davon träumt jeder. Oder ist es nur ein Traum in einem Traum?

    Die Spannung sehr schön hoch gehalten! Freue mich schon auf nächste Woche!

    Gefällt 1 Person

Schreibe eine Antwort zu Feliversum 7 | abc.etüden 45+46 – Katha kritzelt Antwort abbrechen

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